Vor einigen Wochen haben wir uns angeschaut, wie sich die COVID-19-Pandemie auf das Verbraucherverhalten, insbesondere auf die Einkaufsgewohnheiten, auswirkt. Wir untersuchten die Unterschiede in den Einstellungen verschiedener Altersgruppen und Geschlechter. In dieser zweiteiligen Serie setzen wir uns mit den neuesten Daten auseinander, u.a. wie sich das Verbraucherverhalten kontinuierlich verändert hat – insbesondere in Ländern, in denen noch immer Ausgansbeschränkungen oder Quarantäne bestehen.

Neue Gewohnheiten bilden sich heraus

Angesichts der aktuellen globalen Situation ist es nicht überraschend, dass E-Commerce-Bestellungen zunehmen. Seit Anfang März ist in den USA und Kanada ein erheblicher Anstieg zu verzeichnen: die Online-Bestellungen sind um 80% gestiegen und die Kunden haben 8,8% mehr gekauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres1. Nordamerikaner wie Europäer aber auch Australier bestellen wesentlich mehr online, wobei reine E-Commerce-Marken einen durchschnittlichen Anstieg von 40% bis 80% im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen2.

Dies veranschaulicht auch die interaktive Karte von „Emarsys und Good Data“. Sie zeigt, wie sich Covid-19 auf die Verbraucherausgaben weltweit auswirkt2:

Year-over-year growth rate of online transactions from ccinsight.org

* Wachstumsrate der Online-Transaktionen im Jahresvergleich

Darüber hinaus deuten neueste Untersuchungen darauf hin, dass der drastische Anstieg der E-Commerce-Verkäufe nicht nur auf die Verlagerung des stationären Handels auf Online-Einkäufe zurückzuführen ist. Es gibt zum Beispiel Verbraucher, die ein zusätzliches Einkommen oder mehr Zeit zur Verfügung haben. Um sich die Zeit zu Hause zu vertreiben, suchen sie sich neue Aktivitäten oder Hobbys. Dies könnte in den kommenden Monaten zu einem bedeutenden Faktor werden, der zum Wachstum der Online-Verkäufe beiträgt3. So könnten sich die Verbraucher aufgrund der bestehenden Beschränkungen neue und dauerhafte Gewohnheiten jenseits des Einkaufens zulegen. Für einige Marken kann dies eine positive Entwicklung bedeuten, denn diese bedeutet eine neue oder erweiterte Kundenbasis – eine, mit der Sie sich auseinandersetzen sollten, wenn Sie sie zu langfristigen Kunden machen wollen.

Der Kontrast zwischen den Altersgruppen

In einem unserer vorherigen Beiträge haben wir untersucht, wie die verschiedenen Altersgruppen auf die Pandemie reagiert haben und dabei starke Unterschiede festgestellt. Neuere Erhebungen zeigen jedoch, dass die anhaltenden Beschränkungen in einigen Bereichen die Grenzen zwischen den Altersgruppen verwischen, z.B. bei der Frage, inwiefern sie finanziell von der Pandemie betroffen sind4. Kosten sparen wollen demnach:

/ 24% der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen

/ 28% der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen

/ 21% im Alter von 65 Jahren und älter

Dennoch sind die Millennials nach wie vor die vorsichtigste und besorgteste Gruppe, wenn es um finanzielle Angelegenheiten geht. Eine Umfrage der Elon-Universität4 ergab, dass die Sorgen über die „persönliche finanzielle Situation“ je nach Altersgruppe noch immer unterschiedlich sind:

/ 80% der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen

/ 78% der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen

/ 74% der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen

/ 62% im Alter von 65 Jahren und älter

Eine andere Umfrage ergab, dass 59% der Millennials aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie Maßnahmen planen oder ergriffen haben, um Geld zu sparen.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die meisten dieser Untersuchungen Mitte März in den USA durchgeführt wurden. Dieser Zeitraum markierte den Beginn der restriktiven Lebensphase im ganzen Land. Daher haben sich die Einstellung zur finanziellen Stabilität und die allgemeinen Bedenken bezüglich COVID-19 möglicherweise in den Wochen danach noch weiter geändert. Für Unternehmen ist es jedoch weltweit wichtig, diese Trends zu verfolgen, da sie nach dem Ende der Social-Distancing-Restriktionen Einblicke in die Sorgen und wachsenden Bedürfnisse jeder Altersgruppe geben werden.

Im zweiten Teil werden wir uns mit weiteren Trends und Fragen auseinandersetzen. Unter anderem auch mit der Frage, wie der E-Commerce in Ländern beeinflusst wird, die begonnen haben, ihre Abschottungspolitik zu lockern.

CS Author Daniel Murillo-Vargas

Director, Product Marketing at Contentserv

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